Wer bin ich

Wer bin ich schon - das konntest du mir niemals zeigen.

Bin ich ein Blatt, das noch beschrieben werden muss,

bin ich der Schmerz in dir nach einem Abschiedskuss?

Sag, bin ich dein, auch wenn sich unsre Tage neigen?

 

Bin ich ein Meer, das blauer ist als jedes Sehnen,

Bin ich das schönste Muster im Kaleidoskop?

Bin ich ein Wunsch, der sich dank dir zum Stern erhob,

sag, bin ich das versteckte Lächeln unter Tränen?

 

Du kennst mich nicht, so wie ich selber mich nicht kenne

und niemals könnte ich je deine Muse sein.

Warum kann ich dir keine Fantasien bringen?

 

Ich bin wohl nur ein Licht am Nachttisch und ich brenne

für deinen Schöpfergeist, bin nachts dein Kerzenschein.

Ach, könnt ich deine Träume wie Sirenen singen.

13.1.10 22:05, kommentieren

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Freiheit

Mein Puls rast. Der Atem geht viel zu schnell um überhaupt noch Luft zu bekommen. Die Augenlider flattern.

Ich kann den Wind fühlen, der hier oben im 10. Stock um mich zieht. Die Kälte brennt sich in meine Haut ein.

Mit den Füßen am Rand des Fensterbrettes fühle ich mich so frei, wie nie zuvor.

Freiheit. Freiheit fühlen. Freiheit schmecken, hören, riechen und sehen. Freiheit leben.

War das nicht immer schon mein Wunsch?

Was passiert wohl, wenn ich Engel spiele? Werde ich wie ein echter Engel mit gebrochenen, blutenden Flügeln zu Boden fallen und das Krachen jedes einzelnen meiner Knochen hören?

Wird überhaupt einer dieser Menschen, die von hier aus wie Ameisen aussehen, stehen bleiben, oder werden sie einfach weitergehen, als wäre nichts passiert? Mit Sicherheit wird jemand die Frage stellen, wer denn dies nun alles wegmacht!

Was soll denn schon weggemacht werden? Ich existiere doch gar nicht! Ich bin doch nicht mehr als ein unschöner Fleck in euren Träumen!

Möchte ich dieses Leben, das mir nichts weiter brachte als Schmerz, für ein paar Sekunden Freiheit aufgeben?

Wenn ich ehrlich bin: ja.

Denn was nützt mir ein Leben, wenn es mich doch nur unglücklich macht?

Kennst du das Gefühl, wenn du auf einer hohen Schaukel sitzt und immer schneller wirst? Der Wind bläst dir ins Gesicht.

Das habe ich nach meinem Sprung empfunden. Nur das.

Und ich sah auch nicht mein Leben an mir vorbeiziehen. Nichts.

Einfach nur Freiheit.

Und dann.. zum ersten Mal...

Glück und Wärme

Entschuldigt die Sauerei

12.1.10 21:43, kommentieren

Einsamkeit

Nebel zieht durch deine Welt

Versperrt dir deine Sicht

Und alles, was dir so gefällt

Siehst du im Nebel nicht

 

Dunkelheit umhüllt dein Leben

Zerfrisst jedes schöne Gefühl

Möchtest gerne Wärme geben

Dein Herz bleibt jedoch kühl

 

Stille lässt dich einsam werden

Bist schon lang allein

Bist der letzte Mensch auf Erden

Die Einsamkeit, sie schließt dich ein

 

Schreie kann hier keiner hören

Obwohl's aus jeder Pore brüllt

Schreist ein Heer aus tausend Chören

Die Luft ist mit Gekreisch erfüllt

 

Nebel kann sehr schnell verschwinden

Dunkelheit - vertrieben durch Licht

Stille lässt sich überwinden

Doch Schreie hör'n sie trotzdem nicht

1 Kommentar 12.1.10 21:40, kommentieren

Nichts

Kein Wort, das durch die Lippen dringt

Kein Vogel, der am Tage singt

Kein Glück, das mir mal Hoffnung bringt

Kein Ding, das mir einmal gelingt

 

Kein Herz, das noch aus Muskel ist

Kein Mensch, der mich heut noch vermisst

 Kein Tag an dem du bei mir bist

Kein Kuss, der mir den Schmerz wegfrisst

 

Kein Regen, der den Kopf mir reinigt

Kein Satz, der mich heut mal nicht peinigt

Kein Arm, der mich vor dir verteidigt

Kein Gott, der meine Taten heiligt

12.1.10 21:39, kommentieren

Erinnerungen

Wenn ich meine Augen schließe, kann ich deine Stimme noch immer ganz deutlich hören, so, als ständest du direkt neben mir.

Deine schon ergrauten Haare sind noch ganz verwuschelt vom Schlafen und deine tiefbraunen Augen, die wie die eines Teddybären sind, blicken schmerzerfüllt in die meinen.

In Gedanken rufe ich deine weichen Lippen herbei, die meine kindlichen Leiden immer wieder wegbliesen und deine schützenden Hände, die mich 16 Jahre lang festhielten.

Dein ausgemergelter Körper wirkt so zerbrechlich, dabei bist du doch so stark!

Manchmal, wenn ich mich einsam fühle, setze ich mich in deinen Schrank, der noch nach all den jahren deinen Duft in sich trägt.

Dann denke ich an die Zeit zurück, in der du noch bei mir warst, als wir herumalberten oder kuschelten.

Obwohl du schon so sehr von deiner Krankheit gezeichnet warst, dachtest du immer an mich.

Wir haben viel gescherzt in dieser Zeit, wahrscheinlich um den Schmerz zu überdecken, doch richtig gelacht hattest du schon lange nicht mehr.

Zu tief hatten sich die zerstörerischen Zellen in dich hineingefressen.

Doch stark warst du bis zum Ende!

12.1.10 21:37, kommentieren

30.1.08

Ein neuer Tag hat begonnen.

Neu, aber nicht anders ald die Vorhergehenden oder die Folgenden.

Heute Morgen nach dem Aufstehen habe ich aus dem Fenster gesehen.

Weißer Reif auf blutroten Dächern, kalte Nebelschwaden, die wie der Atem des Todes auf der sterbenden Welt lagen.

Ihr alle habt gemordet, habt hinterrücks erdolcht und Herzen rausgerissen.

Strafe muss sein.

Ein Tag wie jeder andere auch, an dem ich lieber liegen geblieben wäre.

Weiterschlafen, ignorieren, sterben.

Kaum Luft zum atmen, nur dickflüssiger Schleim, der in meine Lunge drängt, mich zu ersticken.

Gedanken quälen und reissen Synapsen aus dem rauchendem Gehirn.

,,Nicht denken. Fühlen!'' , hat mal jemand zu mir gesagt.

Wie denn?

Morgen werde ich nicht aufstehen.

Liegenbleiben, weiterschlafen.

Ich werde nicht zum Fenster gehen um in die kalte Welt hinauszuschauen.

Morgen werde ich einfach liegen bleiben.

12.1.10 21:34, kommentieren

31.1.08

Der bittere Geschmack von Magensäure liegt mir auf der Zunge.

Mein Leben - ausgekotzt schwimmt es vor mir in der Toilette.

Habe kaum die Kraft aufrecht zu stehen.

Hände stützen sich ab, fassen in die Magensäure und lösen sich auf.

Ich falle.

Rein in das Leben, das mir nur Unglück brachte.

Ich bin zu schwach, um noch weiter für mein Glück zu kämpfen

12.1.10 21:33, kommentieren